Wenn Studierende abheben

Wenn Studierende abheben

Massenzappeln, Fußball und Volleyball – warum nicht mal was Neues ausprobieren? Der Allgemeine Hochschulsport der Uni bietet eine Sportart in luftiger Höhe an. Bereit, fliegen zu lernen?

Wenn man mal ein bisschen Abstand von der Uni, der UB und allem anderen bekommen möchte, warum nicht gleich aufs Ganze gehen und einen Überblick über ganz Freiburg und den Schwarzwald gewinnen? Vorausgesetzt man ist schwindelfrei und mag das Gefühl beim Achterbahnfahren, dann kann man sich in einen Segelflieger trauen.

Bei der Akademischen Fliegergruppe Freiburg e.V., kurz Akaflieg, und beim Breisgauverein für Segelfliegen e.V., auch BVS, gibt es für Studierende die Möglichkeit, das Segelfliegen zu lernen.
Dieses Jahr wird Segelfliegen zum dritten Mal über den Allgemeinen Hochschulsport (AHS) der Uni, in Kooperation mit dem BVS, angeboten. Der Verein bietet Kurse auf dem Segelfluggelände in Kirchzarten und in Freiburg an. Auch die Akaflieg hat dort ihre Standorte, da die beiden Vereine stark miteinander kooperieren.

Segelfliegen als Hochschulsport scheint bei den Studierenden gut anzukommen, bisher sei das Angebot, laut des AHS, immer sehr schnell ausgebucht gewesen. Viele scheinen dennoch voreingenommen gegenüber der Sportart zu sein: Es sei zu teuer, sehr aufwendig und generell ein Sport der Elite. Diese Vorurteile stellt auch Jan Vogt, der die Öffentlichkeitsarbeit beim BVS macht, fest: „Aktuell sind wir eine Randsportart. Gemeinsam mit dem Hochschulsport haben wir die Möglichkeit zu zeigen, dass wir entgegen der Vorurteile eine lebendige, bezahlbare und nahbare Sportart betreiben.“

Eine Woche intensiv Fliegen lernen in Kirchzarten

Während der AHS-Kurswoche wird im Vereinsclubheim auf dem Segelfluggelände in Kirchzarten gemeinsam gekocht, übernachtet und natürlich geflogen. Die Studierenden lernen Basisregeln und Theoriewissen und mehrmals am Tag geht es in die Lüfte. „Ziel ist am Ende der Woche eine sichere Platzrunde mit Unterstützung des Fluglehrers fliegen zu können, zu wissen wie man sich auf einem Flugplatz sicher verhält und eine klare Vorstellung zu haben, wie der Segelflug im speziellen und der vereinsgetragene Luftsport im Allgemeinen funktioniert“, sagt Vogt. Wer noch nicht genug vom Fliegen hat, kann anschließend Mitglied beim BVS werden.

Fliegen lernen bei der Akaflieg ab 14 Jahre

Hoch hinaus geht es auch am Flugplatz Freiburg im Mooswald, denn dort befindet sich neben dem BVS die Akademische Fliegergruppe Freiburg e.V, die in den 1920er-Jahren von Studierenden gegründet wurde. Heute ist die Akaflieg offen für alle Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Ab 14 Jahren kann man mit der Segelflugausbildung beginnen, die etwa zwei bis drei Jahre dauert. Insgesamt gibt es bei den beiden Vereinen momentan eine relativ große studentische Jugendgruppe und viele ehemalige Freiburger Studierende.

Benjamin Dorwarth, Physikstudent und Mitglied bei der Akaflieg, erinnert sich an seinen ersten Segelflug: „Nach diesem Flug hatte ich mich sofort entschieden, mit dem Flugsport anzufangen. Die Lizenz meisterte ich dann innerhalb von einem Jahr. Ich fliege jetzt schon seit etwa drei Jahren und es hat sich zu meiner absoluten Leidenschaft entwickelt.“ Besonders sei das Gefühl der Freiheit, das er beim Fliegen verspüre. Natürlich sei dieses Hobby auch sehr zeitaufwendig, das nehme er aber gerne in Kauf.

Neues SC Freiburg Stadion auf dem Fluggelände?

Schon länger geht es am Flugplatz in Freiburg nicht mehr nur wegen der Flieger hoch her, sondern auch auf Grund der Diskussionen um den Standort des neues SC Stadions. Die Stadtverwaltung Freiburg plant den Bau eines neuen Stadions für den SC Freiburg. Für die Stadt bietet das Segelfluggelände die optimalen Bedingungen, nicht zuletzt wegen der vielen dort vorhandenen Grünflächen. Für die Flieger bedeutet dies aber, dass sie die beiden Graspisten, die für den Segelflug benötigt werden, verlieren würden. Die Segelflieger hoffen aber weiterhin auf einen Kompromiss, der sowohl den Segelflugbetrieb als auch ein neues Stadion ermöglicht.

Video: Segelfliegen über Freiburg

Musik: “Bay Breeze” FourtyThr33

Audio: Elektromobilität

Elektromobilität gewinnt zunehmend an Beliebtheit, auch beim Akaflieg, die das erste elektrische Kunstflugzeug fertiggestellt haben. Doch welche Nachteile birgt die Elektromobilität? Wird sie sich in der Zukunft durchsetzen?

Infos

Der AHS-Kurs Segelfliegen dauert eine Woche und kostet für Studierende 195 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für die gemeinsam gekaufte Verpflegung und 15 Euro für Flugbuch, Ausbildungsnachweis und Segelfliegermütze. Wenn man nach dem AHS-Kurs Mitglied werden will, kann man für ein Jahr eine „Schnuppermitgliedschaft“ für monatlich 25 Euro machen. Mitglieder bei der Akaflieg bezahlen momentan eine Grundgebühr von monatlich 27 Euro. Hinzukommen dann noch die Fluggebühren.

Generell sollte man deshalb mit einem monatlichen Betrag von 50 Euro rechen, auch wenn sich das nicht genau bestimmen lässt, da dies unter anderem individuell von den geleisteten Arbeitsstunden abhängt. Für die Flugausbildung kommen Prüfungsgebühren und eine einmalige flugmedizinische Untersuchung dazu.

Die Fliegerausbildung an sich ist kostenlos, da die Ausbilder ehrenamtlich arbeiten. Wenn man erst einmal einen Einblick in den Verein gewinnen möchte, gibt es die Möglichkeit, an einem Schnupperflug teilzunehmen, in Kirchzarten für 35 Euro oder in Freiburg für 75 Euro.

Eine Gemeinschaftsproduktion von Radina Rashkova, Florent Gallet, Luise Hornung (Foto), Elena Merschhemke im Rahmen des Seminars „Einführung in den crossmedialen Journalismus“ für Studierende der Medienkulturwissenschaft.

Seminarleitung, Redaktion: Silvia Cavallucci, Ragna Plaehn, Horst Hildbrand

Veröffentlicht am 20. September 2017

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